V2002 Review – In GERMAN!

In the first of a new service offered by Virtual Festivals, our major festival reviews are now being offered in a number of european languages. C'est bon - non?

[R-Zone1]We got the northern vibe man, and it’s a good one! Ok, es ist etwas kühler im Norden, aber auch cooler. Mehr Nervenkitzel und mehr Spaß, der gehabt werden will. Das leicht zusammengewürfelte Erscheinungsbild des Line-Ups erweckte vielleicht zunächst den Anschein, dass ein gemeinsamer Ausflug aufs Land wohl eher eine fade, eintönige Angelegenheit sein würde. Falsch gedacht.V2002 in Staffordshire war das beste britische Festival, über das Virtual Festivals dieses Jahr berichtet hat, einzig übetroffen durch das Benicassim-Festival in Spanien.

Wir haben uns diesmal benommen und keine Golf Buggies geklaut, wie bei Glastonbury, und dank unseres guten Benehmens haben wir nun exklusive Bilder von IAN BROWN, SUGARBABES und IDLEWILD, um nur einige zu nennen, zusammen mit den besten Live-Schnappschüssen vom Festivalgelände.

[L-Zone2]Die Bands, die die Ehre haben, das Festival sozusagen eröffnen zu dürfen und ganz am unteren Ende des Line-Ups spielen, weil sie keiner kennt, sind immer scheisse. RHIANNA? Wer?! RACHEL MARIE KIMBER? Was soll das sein? Eine Art Schoko-Ei? Was THE CRESCENT angeht, war das einzige, was in meinem Gedächtnis hängengeblieben ist, dass die fiesen Bandmitglieder aus dem übelsten Stadtteil Liverpools bei der Idlewild-Aftershow Party ein arme Bedienung hinter der Bar anpöbelten. Und die Tatsache, dass ihre niemals enden wollende Flut von Singles, die Woche für Woche in meinen Briefkasten gelangt, mir durch die Hände rinnt wie Dünnschiß.
Dann hätten wir noch BEVERLY fucking KNIGHT, bloß wozu? Wer kauft ihre Platten? Sie sieht vielleicht gut aus, ist aber vollkommen überflüssig.

[R-Zone3]KOSHEEN haben einen langen Weg hinter sich, und die COUNTING CROWS sind beliebt wie eh und je, obwohl sie ungefähr so interessant wie ein Schmutzfleck sind. STARSAILOR werden zurecht bei ihrer Autogrammstunde mit Flaschen beworfen und bedanken sich dafür bei uns mit einem Auftritt, der so übel war, dass sich einem der Magen umdrehte. Sing doch lauter Mann!! ‘The nasty boy from Virtual Festivals was an alcoholic…’

[L-Zone4]Je später der Tag, desto besser die Bands. IDLEWILD sind während unserer Photosession relativ stumm, liefern aber auf der Second Stage ein atemberaubendes Set vollgestopft mit ihren Greatest Hits ab, und die SUGARBABES lassen die Temperatur in der sowieso schon an eine Sauna erinnernden JJB Arena noch um einige Grad ansteigen.
Gerüchte gingen um, dass die SUGARBABES nach ihrem Auftritt einen sexuellen Akt an einem Virtual Festivals Reporter ausübten, während sie zur Feier ihres zweiten No.1 Hits Champagner tranken…

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[R-Zone2]SEAFOOD sind in Bestform und werden mit Begeisterung aufgenommen. Man fragt sich immer noch, warum die Band nie den Durchbruch schaffte, aber da in diesem Winter ihre neue Platte zusammengebastelt werden soll, wird die Arbeit im extra neu gebauten eigenen Studio der Band, das so einen pompös langen Namen hat, dass wir ihn sofort vergessen haben, wohl hoffentlich Früchte tragen.

[L-Zone1]THE DONNAS sollen gut gewesen sein. Wir haben sie backstage für eine kurze Photosession getroffen, und auch, wenn sie nicht ganz an die SUGARBABES herranreichen, so sind so dennoch ein himmelweiter Unterschied zu den Tagen, als Mel C die einzige Vertretung des weiblichen Geschlechts beim V Festival war, d.h. die DONNAS sind keine flachbrüstigen Lesben.

[R-Zone3]Bei all den illegalen Substanzen, die von  PRIMAL SCREAM regelmäßig verdaut werden, ist anzunehmen, dass Bobby wahrscheinlich denkt, er selbst sei eine flachbrüstige Lesbe, aber was zugedrogte PRIMAL SCREAM Auftritte angeht, so hatten wir es am Samstag mit einem ziemlich guten zu tun. Jedenfalls für diejenigen, denen das neue Album gefällt.

[L-Zone4]Alles, was nicht STEREOPHONICS ist, sieht sowieso automatisch gut aus. Wir waren mal große Fans, aber die Rock Credibility der Band ist ungefähr so glaubwürdig wie die bescheuerten Haarverlängerungen von Kelly Jones. Arschloch.

[R-Zone5]BASEMENT JAXX geben uns die Dosis Partystimmung, die wir alle brauchen, und sind atemberaubend irre. Tänzer im Federkostüm, Laser Shows und eine Mischung aus Rock und Electronica, die die durch den STEREOPHONICS Auftritt ins Koma gefallenen Massen wachrüttelt.

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[R-Zone1]In der Backstage Bar lieferten sich VF Crew und verschiedenen Typen aus der Seifenoper Hollyoaks ein heisses Kopf-an-Kopf-Rennen um die begehrteste Person des Abends, aber wegen des faulen Atems und der in Folge von Steve’s Käsesortiment auf unserem Campinglatz hervorgerufenen bösen Träume konnte der Sonntagmorgen nicht früh genug anbrechen. Besonders für diejenigen um uns herum, die in den frühen Morgenstunden Schreie ertragen mußten – ‘SHOT THROUGH THE HEART, AND YOU’RE TO BLAME’ und den alten Transformers Slogan (hier wird unser wahres Alter deutlich) ‘BAH-WEET-GRANA WEET-NINI-BON’! Das ist der neue universale Gruß, y’know.

[L-Zone2]ED HARCOURT’s universaler Gruß bestand in dem Versuch, sein Keyboard zu vernichten. Feuerzeuggas und eine Axt konnten jedoch nichts ausrichten, außer dass sich Tim von ATHLETE verstört äußerte ‘Das hat tausende von Pfunden gekostet’. Ja, ja. Seine Band wiederum stellte erneut unter Beweis, warum sie nächstes Jahr genauso groß wie Coldplay werden. Ihre neue Single, die im September erscheint, heißt ‘Beautiful’, und macht diesem Namen alle Ehre. LEAVES sind ebenfalls recht nett. Stellt Euch eine isländische Version von Suede mit etwas mehr Rock Sensibility vor, und packt noch den fiesesten Tour Manager aller Zeiten dazu, und voila, das sind die LEAVES.

[R-Zone3]MULL HISTORICAL SOCIETY hingegen sind weiterhin lahm, lahm, und nochmal lahm. ‘Watching Xanadu?’ Eher wohl Watching bollocks. THE BLUETONES sind genauso, ich wiederhole GANZ genauso wie sie schon immer waren. Mark Morris war ziemlich unfreundlich, als ich ihn vor einiger Zeit interviewt habe, und das liegt einzig und allein daran, dass die Band sich kein bißchen verändert hat. Sie sind immer noch so scheisse wie seit eh und je. Ätsch.

[L-Zone4]THE BURN sind klasse. Laut und selbstbewußt kommen sie aus Blackburn – daher der Name- aber man kann ihnen keinen Vorwurf machen, da können sie ja nix für. Ihre Show am frühen Nachmittag wird begeistert aufgenommen und läßt für die Zukunft Großes von der Band erwarten. Mit ein bißchen Glück werden sie bald Werbung für JCB-Bagger machen, als Folge des improvisierten Photoshootings, das Virtual Festivals backstage von der Band machte.

[R-Zone5]HALO stellen sich ebenfalls unter Beweis. Bei der Autogrammstunde bricht Chaos in dem Haufen weiblicher Teenager aus, die sich illegalerweise auf dem Festival befinden, und die Live Show selbst klingt auch ziemlich sprunghaft und aufregend. Die Band sieht etwas zu gut aus, aber zumindest sind sie nicht solch häßliche verbitterte alte Ärsche wie, äh, die Bluetones.  Wo man gerade vom Teufel spricht, wer kam nach ihnen auf die NME Stage? MY VITRIOL. My Bloody Vitriol. Genial.

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[R-Zone1]GEMMA HAYES hatten wir früher immer unberücksichtigt gelassen, allein aus dem Grund, dass sie überall präsent ist, aber sie ist hübsch. Äußerst nett anzusehen, sehr höflich, und, äh, äußerst nett anzusehen. Ihre Musik, tja die ist eher mittelmäßig, aber Gemma ist so engelsgleich hübsch, dass das echt nicht relevant ist. Sexistisch? Wir doch nicht! ALANIS MORISETTE schwabbelt umher – dies sind die Worte von zwei WEIBLICHEN Journalisten, nicht von mir. Man hätte doch wohl gemeint, nachdem sie Trillionen von Platten verkauft hat, könnte sie sich vielleicht hier und da ein bißchen Kylie-Look leisten, oder?

[L-Zone2] Es ist aber alles sehr gut eingeübt, so wie NICKLEBACK. Sollten letztere die einzige ‘Rock’ Band bei V2002 sein, dann Gott steh uns bei. Das was sie machen, machen sie gut, egal wie scheisse sie auch sein mögen. Winsel, winsel, winsel, ist Eddy Vedder nicht toll, guck mal wie viele leere Verstärker wir hinter uns aufgestapelt haben. Wichser. Das genaue Gegenteil von SUPERGRASS. Die Jungs sind Bestform und bieten wie eh und je das fröhliche Gegenmittel zum trostlosen Einheitsbrei der ganzen Scheisse, die uns die Welt sonst so bietet. Nickleback oder Supergrass? Schwere Entscheidung, oder? Die Frage des Wochenendes war allerdings: poppt Gaz wirklich mit Liv Tyler? Hier ein Gedanke – Hardcore Porno mit BADLY DRAWN BOY als Roy Hattersley und THE BETA BAND als sie selber. Oh ja.

[R-Zone3]IAN BROWN, ist der King, egal was andere vielleicht sagen. Glaubt es mir. An diesem Wochenende ist er die allerwichtigste Person hier, immer noch die lebendige Verkörperung des Rock n Roll, der einzigartige Vorläufer einer besseren Zukunft in einer Generation von Niemanden. Seine wohltätig gemeinten Bemühungen für SIGHT SAVERS, exklusiv von mir fotografiert, sind daher umso lobenswerter, und mit dem neuen Kurzhaarschnitt – ein Mitbringsel von seinem Besuch in Tokyo neulich –  bringt unsere Garage Flower einen wahren Geniestreich eines Auftrittes dar, als die Sonne über dem Weston Park untergeht. It’s fucking beautiful.

[L-Zone4]MANIC STREET PREACHERS mögen vielleicht abgespeckt haben, aber THE CHEMICAL BROTHERS sind eine größere Attraktion, und die Party Band des Sommers nimmt alles auseinander während die Projektions-Leinwände alles zerstückeln. Diese ‘Mädchen auf Schultern, frißt Pillen und verteilt sie überall’ -Geschichte, die wir in BENACASSIM miterlebten, gibt es hier nicht, aber die  Woolworths Musikfans nehmen es gelassen hin, und der Gig bietet einen klasse Ausklang des Wochenendes.

[R-Zone5]Also warum war V2002 jetzt das beste seiner Art, wenn der Großteil der Musik scheisse war? Die Leute, die Stimmung, der Ort haben gerockt. Die Leute: aus dem Norden: gelassener, freundlicher, lustiger. Wir sind aus London und werden nie mehr wieder zu einem V Festival nach Chelmsford fahren. Auch die Angestellten: die Security-Leute sind höflich, die PR-Leute gutaussehend und rücksichtsvoll (so wie wir eigentlich),  und das Festivalgelände ist  saftig grün und die Natur wunderschön. Die Musik ist manchmal eher Begleitmusik, aber wenn sie sich gut anfühlt, dann ist sie auch gut, klar? Verdammt klar. Das beste britische Festival in diesem Jahr, mit Abstand.